Demenz - Was bedeutet das eigentlich?

 

Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem Verlust geistiger Fähigkeiten und mit Orientierungsstörungen einhergehen. Eine Demenz ist keine normale Alterserscheinung, sondern immer krankheitsbedingt. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um den Krankheitsverlauf gegebenfalls umkehren oder verlangsamen zu können. Daher sollte man sich beim Arztbesuch nicht mit Äußerungen zufriedengeben wie „Das ist in diesem Alter normal“ oder „Da kann man ohnehin nichts machen“. Denn es gibt verschiedene Formen der Demenzerkrankungen, die teilweise gut behandelbar sind.

Die bekannteste und häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz, die vorwiegend im hohen Alter auftritt. Weiterhin gibt es eine gefäßbedingte Demenz, bei der die Hirndurchblutung gestört ist sowie weitere Formen von Demenz, die bspw. in Verbindung mit Erkrankungen wie Parkinson auftreten können. Auch ein unbemerkter Schlaganfall kann Ursache von unerklärlichen Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen sein.

Allein diese wenigen Beispiele sollten Sie überzeugen, wie wichtig eine Diagnose ist, auch wenn die Sorge groß ist, sich mit den Ursachen der Veränderungen auseinandersetzen zu müssen.

Da die Alzheimer-Demenz die häufigste Erkrankung ist, befasst sich diese Broschüre vorrangig mit diesem Krankheitsbild. Die Broschüre möchte Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, das Leben mit einer Alzheimer-Demenz bzw. das Zusammenleben mit einem erkrankten Menschen zu bewältigen.


Wann und bei wem tritt eine Alzheimer-Demenz auf?

 

Eine Demenzerkrankung tritt überwiegend in höherem Lebensalter auf. Zwischen dem 65. und 80. Lebensjahr ist etwa einer von zehn Menschen erkrankt, bei den über 80-jährigen sind etwa 20 % an einer Demenz erkrankt, ab dem 90. Lebensjahr ist mehr als jeder Dritte von der Erkrankung betroffen.

Die Erkrankung ist nicht erblich, das Risiko, zu erkranken, ist bei Verwandten ersten Grades nur wenig höher als in der übrigen Bevölkerung.

Frauen sind durch ihre höhere Lebenserwartung häufiger als Männer von einer Demenzerkrankung betroffen.

Es gibt eine Form der Demenz, die auch in mittlerem Erwachsenenalter, bei 40- bis 50-jährigen auftreten kann. Diese Erkrankung beruht auf einer Veränderung im Erbgut und kann familiär gehäuft auftreten, ist allerdings sehr selten.

 

Warnzeichen, die auf eine Demenzerkrankung hinweisen können

 

Vergesslichkeit mit Auswirkung auf die Arbeit:
Die meisten Menschen vergessen ab und an Namen oder Termine. Häufen sich diese Vorfälle und treten außerdem unerklärliche Verwirrtheitszustände auf, kann das ein Zeichen für eine Verminderung der Gedächtnisleistung sein.

Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen:
Menschen, die viel zu tun haben, sind manchmal zerstreut und vergessen z.B. den Topf auf dem Herd. Menschen mit Demenz vergessen evtl. nicht nur den Topf auf dem Herd, sondern auch, dass sie gekocht haben.

Sprachprobleme:
Die meisten Menschen haben manchmal Schwierigkeiten damit, die richtigen Worte zu finden. Menschen mit Demenz fallen oft einfache Worte nicht mehr ein, stattdessen verwenden sie unpassende Füllworte. Dadurch werden die Sätze schwer verständlich.

Räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme:
Bei vielen Menschen kommt es ab und an vor, dass sie z.B. Wochentage vergessen oder sich in einer fremden Umgebung verlaufen. Bei Menschen mit Demenz kann es passieren, dass sie in der eigenen Straße stehen und nicht mehr wissen, wo sie sind, wie sie dorthin gekommen sind und wie sie wieder nach Hause gelangen.

Eingeschränkte Urteilsfähigkeit:
Nicht immer wählen Menschen die dem Wetter entsprechende Kleidung. Bei Menschen mit Demenz ist die gewählte Kleidung manchmal völlig unangebracht. Sie tragen z.B. einen Bademantel beim Einkaufen oder mehrere Blusen an einem heißen Sommertag übereinander.

Probleme mit dem abstrakten Denken:
Für viele Menschen ist es eine Herausforderung, ein Konto zu führen. Menschen mit Demenz können oft weder Zahlen einordnen noch einfache Rechnungen durchführen.

Liegenlassen von Gegenständen:
Ab und an lässt fast jeder mal den Schlüssel oder das Portemonnaie liegen. Bei Menschen mit Demenz kommt es jedoch vor, dass sie Gegenstände an völlig unangebrachte Plätze legen, wie z.B. ein Bügeleisen in den Kühlschrank oder eine Uhr in die Zuckerdose. Im Nachhinein wissen sie nicht mehr, wohin sie die Gegenstände gelegt haben.

Stimmungs- und Verhaltensänderungen:
Stimmungsänderungen kommen bei allen Menschen vor. Menschen mit Demenz können in ihrer Stimmung sehr abrupt schwanken, oft ohne erkennbaren Grund.

Persönlichkeitsänderungen:
Im Alter verändert sich bei vielen Menschen die Persönlichkeit ein wenig. Bei Menschen mit Demenz kann eine sehr ausgeprägte Persönlichkeitsänderung plötzlich oder über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten. Jemand, der normalerweise freundlich ist, wird z.B. unerwartet ärgerlich, eifersüchtig oder ängstlich.

Verlust der Eigeninitiative:
Menschen arbeiten nicht fortlaufend mit der gleichen Motivation. Demenzkranke verlieren den Schwung bei ihrer Arbeit und das Interesse an ihren Hobbys manchmal vollständig, ohne Freude an neuen Aufgaben zu finden.